Haus 102

</b>Die Aufnahme entstand um 1925 und zeigt Georg Schmölz mit Sohn Andreas(?). Die Tür im zweiten Stockwerk an der Giebelseite diente zum Einbringen von Getreide und anderen Erntevorräten in den Dachboden. Lange Holzteile wurden zum Trocknen auf dem Dachboden gelagert.

Hausname: "Xander" bzw. "Wanger"

Der Name Xander geht auf Alexander Stöger zurück, der 1801 in den Hof einheiratete. Dieser Hausname ist jedoch nicht mehr gebräuchlich.

Seit Johann Georg Schmölz das Anwesen 1907 erwarb und neben der Landwirtschaft auch eine Wagnerei betrieb, ist der Hausname Wanger üblich und sehr verbreitet.

alte Hausnummer: 102
jetzt: St.-Anna-Str. 21
jetziger Besitzer: Schmölz, Ludwig

1594: In der Türkensteuerbeschreibung wird das Anwesen als ein "...hohenschwangauisch Gütle..." bezeichnet und ist mit 6 kr (Kreuzer) Steuern belastet.

In der oben erwähnten Türkensteuerbeschreibung wurden nur zwei Höfe aus Burggen als Güter zu Hohenschwangau gehörend aufgelistet.

ca. 1600: In einem Zinsbericht heißt es: "Adam Höfler zu Burckhaw besitzt ain halben Hoff das da hat Hauß, Hofstatt und Garten, zwischen Hans Schott und Hans Unsyn, (...) hat Gerechtigkeit zu Holz und Waydt und Wasser wie anderer zu Burckhaw, zinst davon auff Gally - 7 fl...."   

1654: In der damals im Zusammenhang mit dem 30-jährigen Krieg abgefaßten Kriegsschadensliste ist das Anwesen nicht erwähnt.

1666: Georg Wörz schwor mit seinen drei Söhnen dem neuen Bischof von Augsburg gemeinsam mit den anderen Burggener Untertanen den Erbhuldigungseid im Schloss Füssen.

Erbhuldigung ist die Treuebindung von Untertanen an ihren Herrn. Das Grundverhältnis wurde durch einen Treueeid begründet, den die Untertanen beim Regierungswechsel schwören mussten. Georg Wörz befand sich nicht unter den Leuten, die 1650 und 1654 als Inhaber von Lehen im Schloß Hohenschwangau den Lehenseid leisteten.

1776: In der Steuerbeschreibung wurde das Anwesen als "Hohenschwangauisch

Herrengütl" bezeichnet (Herrengut = Bauernhof, der einer Herrschaft gehörte und fast immer als Leibrecht ausgegeben wurde.)

1795: beim großen Dorfbrand abgebrannt.

1907: Johann Georg Schmölz, aus Bießenhofen und seine Frau Kreszenzia erwarben den Hof für 8700 Mark. Diese Familie ist bis heute auf dem Haus ansässig. Johann Schmölz war Wagner von Beruf und begründete hier die Wagnerei.

um1960: Die typischen Produkte des Wagners wurden aufgrund des Wandels in der Landwirtschaft und Industrie nicht mehr benötigt. Einen kurzen Aufschwung erlebte das Handwerk von Georg Schmölz durch die Herstellung von Absperrgittern für Kühe.

Der Wagner (in Burggen "Wanger" genannt) oder Stellmacher war auf dem Land ein wichtiger Handwerker. Er fertigte Wagengestelle, Pflüge, Räder und Werkzeugstiele aus Holz. Viele Teile wurden nach Schablonen angefertigt. Der Wagner mußte sich gut mit Holz auskennen. Speichen und Wagengestelle wurden aus Eschen-, Ulmen- oder Eichenholz gemacht. Für den Wagenkasten wurde Buchenholz verwendet. Wagen und Kutschen aber waren Erzeugnisse, an denen nicht nur die Wagner arbeiteten. Beim Aufziehen der Eisenreifen auf die Räder war gemeinsame Arbeit von Wagner und Schmied erforderlich. Der Wagner reparierte gebrochene oder abgenützte Räder und Werkzeuge. In Burggen gab es (1910 - 1930) mindestens drei Wagner (Schmölz, Bellmund, Ohnesorg).

1987 bis 1997: Das Wohnhaus und die Landwirtschaft wurden vom jetzigen Besitzer umgebaut.

 

 

Der Aufnahmebock wurde zum Einsetzen der Speichen verwendet. Mit Hilfe der beiden Kurbeln ist die Nabe durch die Leisten auf den Bock gespannt und die Speichen werden im oberen Teil eingeschlagen. Die Spannvorrichtung wird dann wieder gelöst, die Nabe ein Stück weitergedreht und die nächsten Speichen werden eingesetzt. Auf die gleiche Art und Weise wurden auch die Radsegmente aufgesetzt.

 

Diese Vorrichtung diente zum Bohren der Radnabe. Mit einem Handbohrer wurde zuerst ein Loch in die Mitte des Radnabenkörpers gebohrt. Anschließend wurde das Rad zentrisch in die Aufnahme gespannt. Am Ende der Gewindespindel befindet sich ein im Durchmesser verstellbares Messer. Durch die Drehbewegung der Gewindespindel wurde das Messer kreisend in die Nabenbohrung gezogen und so die vorhandene Bohrung vergrößert. Der Radius vom Messer wurde anschließend größer gestellt und der Bohrvorgang wiederholt bis der Nabendurchmesser den passenden Durchmesser erreicht hat.

 


St. Anna Strasse
Übersichtsplan

Hausnummer 81 Hausnummer 82 Hausnummer 83 Hausnummer 89 Hausnummer 88 Hausnummer 90 Hausnummer 102 Hausnummer 97 Hausnummer 100 Hausnummer 91 Hausnummer 94 Hausnummer 93 Hausnummer 98 Hausnummer 105 Hausnummer 106 Hausnummer 107 Hausnummer 110,5 Hausnummer 110 Hausnummer 122 Hausnummer 111 Hausnummer 112 Hausnummer 113 Hausnummer 116 Hausnummer 114 Schautafel St. Anna Strasse

St Anna Strasse