Haus 97

Im 19. Jahrhundert wurde der so genannte Wiederkehr nach Süden angebaut

Hausname: "Weiß"

Michael Weiß war in der Zeit von 1736-1749 Begründer dieses Hausnamens. Seine Witwe heiratete später den Bader Johann Wohlfahrt. Da es fünf Bader im Dorf gab, ist vermutlich der Hausname zur besseren Unterscheidung genutzt worden. Der Hausname ist noch in Gebrauch.

Alte Hausnummer: 97
Jetzt: St.-Anna-Str. 24
Jetzige Besitzer: Kögl, Anna und Josef

1634: Die Pfarrmatrikelbücher Burggen erwähnen den Pesttod der ersten Ehefrau des Thomas Socher und dessen weitere Eheschließungen in den Jahren 1635 und 1642

1755: Dominikus Soher war Oberführer (Obervierer)

Der Richter, acht Gerichtsleute (Schöffen) und vier Dorf-Vierer waren Organe der Gemeinde und bildeten das Gericht. Während der Richter ein vom Bischof von Augsburg eingesetzter Bediensteter war, wurden die Dorfvierer von den Hofinhabern auf der Gemeindeversammlung gewählt. Meist gab es einen Ober-Vierer, dem die drei anderen helfend zur Seite standen. Die Vierer kümmerten sich vor allem um den Schutz der Flur, entschieden bei Grenzstreitigkeiten und regelten die Nutzung von Gemeindegründen.

1795: beim großen Dorfbrand abgebrannt .

1796: Wiederaufbau an gleicher Stelle!

In der Fürstbischöflichen Brandschadensliste findet sich erstmals die Hausnummerierung 1 - 122. Eine Verordnung zum Schutz gegen weitere Brandkatastrophen machte einen Wiederaufbau der abgebrannten Häuser mit größeren Abständen notwendig. Hausnummern, die von der Reihenfolge her an anderer Stelle im Dorf zu finden sind, deuten darauf hin. Vermutlich waren vor dem Brand weitere zehn Hofstätten an derSt.-Anna-Straße angesiedelt.

Aus dieser Zeit ist die Wohnstube mit Holzvertäfelung, Kassettendecke und dem Eckkasten erhalten.

 

 
 
</b>Die Schreinerwerkstatt mit Holzlager befand sich an der Nord-Ostseite des Hauses

Der Schreiner Josef Wetzler und dessen Nachfolger Dominikus Erhart betrieben hier von 1909 bis ca.1955 eine Schreinerwerkstatt.

Als die Zimmerleute den verfeinerten Arbeiten an Haus, Hof und Innenausstattungen nicht mehr genügten, bildete sich der Beruf des Schreiners (auch Kistler genannt) heraus. Feine Möbel und Holzvertäfelungen in den Wohnstuben machten eine genauere Planung und besondere Präzision in der Arbeitsausführung nötig. Mit Hobel, Winkeleisen und Zirkel bot sich den Handwerkern auch auf dem Lande eine Existenzgrundlage. Möbel, Fenster, Türen wurden in kleinen Werkstätten hergestellt. Die Arbeitsmethoden änderten sich stark, als durch die elektrisch angetriebenen Gerätschaften - wie Bohrer, Hobel ,Säge und Fräse die Schreinerarbeiten nicht mehr an stationäre Maschinen gebunden waren und viele Arbeiten außerhalb der eigenen Werkstatt verrichtet werden konnten.

 

 

In der Denkmalschutzliste des Landkreises Weilheim-Schongau ist das an der Südseite des Hauses über der Haustür angebrachte Kruzifix aus dem 18.Jh aufgeführt.

 

 


St. Anna Strasse
Übersichtsplan

Hausnummer 81 Hausnummer 82 Hausnummer 83 Hausnummer 89 Hausnummer 88 Hausnummer 90 Hausnummer 102 Hausnummer 97 Hausnummer 100 Hausnummer 91 Hausnummer 94 Hausnummer 93 Hausnummer 98 Hausnummer 105 Hausnummer 106 Hausnummer 107 Hausnummer 110,5 Hausnummer 110 Hausnummer 122 Hausnummer 111 Hausnummer 112 Hausnummer 113 Hausnummer 116 Hausnummer 114 Schautafel St. Anna Strasse

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